Seit Monaten steht der – noch immer wenig durch harte Fakten untermauerte – Verdacht im Raum, Glyphosat könnte für Anwender krebserregend sein. Für Konsumenten besteht keine Gefahr, das behauptet nicht einmal das IARC, das mit seiner Einschätzung, Glyphosat sei „wahrscheinlich krebserzeugend“ international und selbst in der WHO ziemlich isoliert dasteht. Dennoch werden grüne Aktivisten, allen voran die Partei mit der Sonnenblume, nicht müde, das sofortige Verbot von Glyphosat zu fordern.

Geht es um reale Gefahren, herrscht dröhnendes Schweigen. Zeitgleich mit dem IARC hat der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL) seinen Jahresbericht 2014 und neueste Untersuchungsergebnisse veröffentlicht. In der Pressemitteilung dazu heißt es:

„Im LHL wurden im Jahr 2014 insgesamt 174 Lebensmittelproben – überwiegend Getreideprodukte und getreidehaltige Kindernahrung unter anderem auf Mais- und Hirsebasis – auf deren Gehalte an TA untersucht. Unsere Befunde waren zum Teil Besorgnis erregend … Aufgrund der teilweise bis zu 10-fachen Überschreitung der gesundheitlich bedeutsamen Akuten Referenzdosis von 0,016 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht (μg/kg) haben wir Schnellwarnmeldungen an das europäische Schnellwarnsystem RASFF übermittelt.“

Bei „TA“ handelt es sich um Tropanalkaloide, das sind Insektizide, die bereits in niedriger Dosierung die Herzfrequenz und das zentrale Nervensystem beeinträchtigen. Typische Symptome sind Benommenheit, Kopfschmerzen und Übelkeit. Kinder und Säuglinge reagieren besonders empfindlich auf diese Substanzen, und Eltern, die bei ihren Kindern die beschriebenen Beschwerden z. B. nach dem Verzehr von Babybrei beobachten, sollten möglichst umgehend einen Arzt aufsuchen.

Wegen der deutlichen Überschreitung der Grenzwerte wurden in Deutschland in den letzten zwei Jahren wiederholt Produkte zurückgerufen, darunter zweimal Nahrungsmittel für Babies und Kleinkinder.

Wer sich jetzt wundert, warum sich weder grüne NGOs noch die Partei gewordene Speerspitze des Vorsorgeprinzips mit dem Thema beschäftigen, der findet die Gründe vielleicht hier: Tropanalkaloide werden von Giftpflanzen gebildet, die im Ökolandbau, der auf Herbizide verzichtet, immer wieder auf den Feldern wachsen und blühen. Ihre Samen geraten in das Getreide und offensichtlich sind auch die besten Mühlen nicht in der Lage, diese Giftsaat zuverlässig auszusortieren.

Nun fordern die Grünen nicht etwa die Abkehr von einer nachgewiesenermaßen riskanten Produktionsweise, sondern deren verstärkte Subventionierung. Das Glyphosat, dessen Schädlichkeit für den Verbraucher ebenso wenig erwiesen ist wie die von Pflanzen, die mit gentechnischen Hilfsmitteln gezüchtet wurden, gilt hingegen als hoch riskante, möglicherweise todbringende Produktionsweise, die weltweit verboten gehört.

Vereinfacht gesagt: Weg mit modernen, sicheren Methoden, her mit dem Gift, das Kinder krank macht!