Große Aufregung in Deutschland: McDonalds verwendet für seine Chickenburger ab sofort auch Fleisch von Hühnern, die mit „Gen-Soja“ gefüttert wurden. Neben Greenpeace empören sich vor allem die Grünen, die bekanntlich große Affinitäten zu Fast-Food amerikanischer Großkonzerne haben, weil diese Gerichte in grünen Kreisen als ganz besonders nahrhaft, gesund und dabei preiswert gelten. Ihr Absatz sollte sogar durch einen eigens eingeführten „Veggietag“ in deutschen Kantinen befördert werden, aber die Wähler durchschauten diesen plumpen Lobbyismus und wählten die Grünen ab. Jetzt sind die Grünen von ihrem Lieblingskonzern schwer enttäuscht.

„Gen-Soja“ wird eine Sojabohne übrigens nicht dadurch, dass sie Gene besitzt, sondern dadurch, dass jemand diese Gene mit einer ganz besonderen Technik „manipuliert“ hat. Er hat die Gene nicht etwa wild durcheinander gewürfelt, mit Radioaktivität zerstrahlt oder durch chemische „Ultragifte“ geschädigt (das wäre alles in Ordnung und bio-ökologisch), sondern gezielt ein Gen eingefügt, das die Sojapflanze gegen ein Herbizid resistent macht.

Die Vorteile liegen auf der Hand. In den USA werden Systeme aus herbizidresistenten Pflanzen und einem dazu passenden Herbizid inzwischen flächendeckend eingesetzt. Die Bauern erzielen bessere Ernten bei geringerem Einsatz von Herbiziden und Insektiziden – das wiegt den etwas höheren Preis für das Saatgut mehr als auf. Hinzu kommt: Im Boden und in Wasserläufen reichern sich weniger Insektizide und Herbizide an und dank der verbesserten Unkrautbekämpfung pflügen viele Farmer weniger. Dadurch verbessern sich Qualität und Wasserhaltefähigkeit der Böden; die Erosion wird reduziert. Alle Daten zeigen, dass die amerikanischen Farmer von den Vorzügen dieser Sorten überzeugt sind. Tauchen resistente Unkräuter oder Probleme mit Schädlingen auf, greifen sie zu anderen gentechnisch erzeugten Sorten, nicht aber zu konventionell erzeugten. Die Palette an Gentechnik-Sorten eröffnet ihnen Wahlmöglichkeiten. Kein Wunder, dass kaum noch konventionell erzeugte Soja auf dem Markt ist.

In Südamerika sieht es ähnlich aus. Wer Soja anbaut, setzt auf herbizidresistente Sorten. Um dennoch die europäische Nachfrage nach konventioneller Soja befriedigen zu können (und deutlich höhere Preise zu erzielen), werden derzeit in großem Stil Regenwälder abgeholzt, um Platz für Anbauflächen von konventionell erzeugter Soja zu schaffen. Die müssen nämlich möglichst weit entfernt von Anbaugebieten mit Gentechik-Sojapflanzen liegen, damit es nicht zu der in Europa gefürchteten „Kontamination“ durch „Gen-Soja“ kommt. Die durch Greenpeace & Co. beförderte Angst der Europäer beschleunigt also das Abholzen der Regenwälder – wem wirklich an der Umwelt liegt, der muss McDonalds dankbar sein, dass es den Wahnsinn nicht unterstützt.

Halt, halt, sagen die Gentechnikgegner, es gibt viele Gutachten und Studien, die zeigen, wie mordsgefährlich das alles für Umwelt und Gesundheit ist, dass ein Restrisiko verbleibt, niemand ausschließen kann, dass es nicht doch irgendwann zum GenGAU kommt, weil das alles ja nicht rückholbar ist, in die Natur eingreift, die Schöpfung gefährdet und Mutter Erde den Garaus macht.

Da lohnt es sich, einen älteren Beitrag auf der transgen-Webseite wieder zu lesen. Dort wird ausgeführt, wie vor Jahren die Grünen und ihnen verbundene Umweltschutzorganisationen Sturm gegen die Gentechnik in der Medizin liefen. In zahlreichen Gutachten wurde damals „nachgewiesen“, dass gentechnische Anlagen zur Herstellung von „Gen-Insulin“ unabsehbare Gefahren für Mensch und Umwelt herauf beschwören. Es drohe der Gentechnik-GAU, neue Mikroben, nicht rückholbar, würden das Ökosystem aus der Balance bringen, Giftstoffe und Medikamente in Feld und Flur verbreiten usw. Die Patentierung der Gen-Mikroben werde die Preise für Medikamente ins Unermessliche steigen lassen, es werde der Manipulation des Menschen Tür und Tor geöffnet, die Genmedizin sei Hybris, verhängnisvoll und eine schiefe Ebene.

Joschka Fischer als grüner Umweltminster schaffte es in Hessen, Bau und Betrieb einer seit 1984 geplante Anlage zur Produktion von Insulin durch immer neue technische Auflagen und Gutachten zum biologischen „Restrisiko“ zu verhindern – bis 1998. Gewalt-Demos, Anschläge und Morddrohungen führten dazu, dass die verantwortlichen Hoechst-Manager jahrelang Personenschutz benötigten.

Heute will davon niemand mehr etwas wissen – im Gegenteil. Grüne und Greenpeace preisen den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen bei der Erzeugung von Energie, beim Klären von Abwässern, bei der Produktion von Chemikalien und Grundstoffen, für die Herstellung von Impfstoffen und Medikamenten. Die Gutachten wurden heimlich, still und leise in den Archiven beerdigt, vom SuperGAU durch Gen-Medikamente redet niemand mehr.

Zurück zu den „Gen-Hühnern“, die jetzt bei McDonalds serviert werden: Wenn ein Huhn, das „Gen-Soja“ gefressen hat, dadurch zum kontaminierten „Genfraß“ wird, vor dem man sich fürchten muss, was ist dann eigentlich mit Blutspenden von Leuten, die in den USA waren und dort „Gen-Fleisch“ oder „Gen-Mais“ gesessen haben? Was ist mit Menschen, die mit „Gen-Medikamenten“ behandelt wurden oder sich mit „Gen-Impfstoffen“ impfen ließen? Dürfen die noch Blut oder Organe spenden ? Nach der „Gen-Soja / Gen-Huhn“-Logik sind sie ja „kontaminiert“ und könnten ihre verseuchten Gene weitergeben. Lauern in „Gen-Blut“ und „Gen-Organen“ nicht entsetzliche Gefahren? „Gen-kontaminierter“ Honig muss als Sondermüll entsorgt werden! Hat niemand schlaflose Nächte, weil die genverseuchten Menschen zu Tausenden ohne Technikfolgenabschätzung in Friedhofserde begraben werden? Sterben unsere Bienen vielleicht an Insulin-Genen, die ihren Weg vom Leichnam in die Grabbepflanzung gefunden haben? Gibt es wenigstens ein Monitoring der Würmer und Bodenbakterien auf Deutschlands Friedhöfen?

Fragen über Fragen. Vor allem aber: Warum heben Mitglieder der Bundestagsfraktion der Grünen, die sich regelmäßig „Gen-Insulin“ spritzen, als „Gen-Abgeordnete“ die „Gen-Hand“, um gegen „Gen-Pflanzen “ und „Gen-Hühner“ zu stimmen?