Nicht kampagnenfähig

Jul 26

Während meiner Tätigkeit als Gutachter und Journalist für Greenpeace war die „Kampagnenfähigkeit“ wichtiges Kriterium für die Bewertung von Studien und Nachrichten. Als Faustregel galt: Nur, wenn die Bevölkerung Angst vor Krankheit und Verseuchung bekommt, geht das Portemonnaie auf und die Spendengelder fließen. Das muss man puschen. Alles andere ist nicht „kampagnenfähig“ und daher zu vernachlässigen.

Silvias Welt oder Die Süddeutsche im Kampf gegen Gifte, Geld und Monsanto

Jul 18

Silvia Liebrich, seit 15 Jahren Redakteurin im Wirtschaftsressort der Süddeutschen Zeitung, hat eine Agenda. Auf ihrer privaten Webseite, „Sofies verkehrte Welt“,  beschriebt sie, was sie umtreibt: „Im Mittelpunkt steht der Blick auf eine Welt, die am Anfang eines großen Umbruchs steht und sich von alten Denkmustern befreien muss. Klimawandel und das Ende des Erdölzeitalters sind Herausforderungen, die

Gentechnik funktioniert nicht!

Jul 11

Um auf den Einsatz von Insektiziden verzichten zu können, entwickelten Forscher des britischen Rothamstead Research Instituts vor Jahren die Idee, einen natürlichen Mechanismus zu nutzen. Wie wäre es, wenn Weizenpflanzen einen Stoff freisetzen könnten, der Blattläuse abschreckt? Sie dachten an ein Pheromon, einen Stoff, mit dem Blattläuse sich gegenseitig warnen, wenn sie von anderen Insekten

Vorsicht, Erdbeeren!

Jun 30

Die Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen hat Glyphosat in der Muttermilch nachweisen lassen. Die Nachweismethode ist zwar ungeeignet, operiert an der technischen Nachweisgrenze und für die insgesamt 16 (!) Messwerte fehlen Kontrollen und elementare Statistik, aber die Verunsicherung ist gelungen, zumal auch Nachrichtenagenturen und Fernsehsender den Inhalt der Pressemeldung der Grünen unkritisch weiter verbreiteten. Stillende Mütter haben Angst, obwohl

Die Zukunft des Hackens

Jun 29

Nach Hacking und Biohacking kommt jetzt Fusion Hacking. Die Zeitschrift Popular Scientist stellt Menschen vor, die als Hobby in ihrer Garage Fusionsreaktoren bauen. Einen guten Überblick über Biohacking gibt es hier: Hanno Charisius, Richard Friebe Sascha Karberg, Biohacking. Gentechnik aus der Garage, Hanser 2013. Die Autoren bloggen über das Thema bei Facebook.

Impfen – Bringt’s was? Oder sein lassen?

Jun 16

Falls sich noch irgend jemand wundert, wie Fernsehberichte zu so genannten „kontroversen“ Themen wie GMOs, Glyphosat oder Impfen zustande kommen, der findet die Antworten hier. Das Team der Sendung Heute+ im öffentlich-rechtlichen ZDF kündigt bei Facebook einen Beitrag zum Thema „Impfen: Bringt’s was? Oder bleiben lassen?“ an. „Donnerstag geht’s bei heute+ mit Eva-Maria Lemke ums Impfen: überflüssig oder

Die Süßkartoffel und das Gentechnikrecht

Apr 23

Süßkartoffeln sind ein prächtiges Gemüse. Rötliche Schale, darunter Fruchtfleisch in verschiedenen Farbtönen: weiß, gelb oder tief orange. Je heller, desto trockener, je dunkler, desto weicher und süßer ist es. Süß und nussig im Geschmack, erinnert die Süßkartoffel an Kürbis und Kastanie. Aber sie birgt noch eine andere Überraschung: Sie hebelt das europäische Gentechnikrecht aus.

Arctic Apples – Neues aus der „Frankenstein-Küche“

Feb 22

Kaum ein Erwachsener und schon gar kein Kind isst Apfelschnitze oder -scheiben, die braun geworden sind. Sie sind unansehnlich, gelten als nicht mehr frisch und werden weggeworfen, so wie anderes Obst, das entsorgt wird, weil es schrumpelig, fleckig, braun oder mehlig geworden ist. Die braunen Apfelstücke sind Teil der 1,2 Millionen Tonnen Obst, die nach einer Untersuchung der Universität Stuttgart in deutschen Haushalten pro Jahr in der Abfalltonne verschwinden. Das ist Verschwendung pur, aber kaum zu ändern, am wenigsten durch gut gemeinte Appelle oder die 2012 gestartete Aktion „Zu gut für die Tonne“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.
Davon abgesehen, ist die Ablehnung brauner Apfelstückchen ein bisschen berechtigt, denn die Bräunungsreaktion reduziert den Gehalt an Phenolen, die als besonders gesund gelten. Für abgepackte Obstsalate, ein beliebter Snack gesundheitsbewusster Großstädter, verwendet die Industrie heute Ascorbinsäure, Zitronensäure, Kalziumsalze und/oder Schutzgas, damit die Apfelstückchen auch nach ein paar Stunden noch weiß aussehen. Der Nebeneffekt: Der Obstsalat schmeckt säuerlich und manche Konsumenten sind abgeschreckt, weil diese Naturstoffe als E-Nummern auf der Verpackung erscheinen.
Demnächst gibt es, zumindest in Kanada und den USA, den „Arctic Apple“, ein Apfelsorte, deren Schnittflächen auch ohne Zusätze bei Kontakt mit der Luft nicht mehr braun werden. Die Forscher des kleinen kanadischen Apfelzüchters Okanagan Specialty Fruits haben – zunächst bei den in Nordamerika beliebten Sorten Granny Smith und Golden Delicious – die Gene deaktiviert, die für die Bräunung verantwortlich sind. Das Unternehmen benutzte dafür einen Prozess namens gene silencing (Gen-Stillegung), einen natürlichen Mechanismus, den alle höheren Pflanzen und Tiere in ihren Zellen nutzen, um die Aktivität von Genen zu steuern.

Alle Jahre wieder – Krebs zur Weihnachtszeit

Dez 20

Alle Jahre wieder kann man sich darauf verlassen, dass irgendeine Umweltschutzorganisation zum Weihnachtsfest eine Gefahrenwarnung herausgibt. Diesmal sind es weder Lebkuchen noch Zimtsterne noch Adventskalender, sondern Weihnachtsbäume, in denen “chemische Rückstände” gefunden wurden. Der Urheber der Warnung, der BUND, hat Nadeln von insgesamt 15 Weihnachtsbäumen aus Berlin, Leipzig, München, Nürnberg sowie aus weiteren Regionen in Bayern

Dummheit mit Viren verursachen?

Nov 11

Wissenschaftler berichten in der Fachzeitschrift PNAS über die Entdeckung eines Virus, das infizierte Tiere und Menschen „dümmer“ zu machen scheint. Zumindest schnitten Infizierte in Tests zur kognitiven Leistungsfähigkeit signifikant schlechter ab als nicht infizierte Vergleichstiere bzw. -personen. Alters- und Geschlechtsunterschiede wurden bei den Vergleichen zwischen den Versuchspersonen ebenso berücksichtigt wir andere demographische Faktoren (Erziehungshintergrund, Stoffwechsel, Rauchen, Geburtsort usw.). Wie

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