Kartoffeldreck weg!

Okt 13

Das Argumentationsmuster von manchen Gegnern moderner Technologie ist relativ einfach: Anekdotische Evidenz, die Behauptung von Kausalität, wo allenfalls Korrelationen vorliegen, verschwörungstheoretisches Raunen, das Schüren von Angst. Hat man das Prinzip verstanden, erlaubt es die Vorgehensweise, fast alles, was moderne Medizin oder Landwirtschaft ausmacht, zu verteufeln und als existenzielles Risiko für die Gesundheit und das Überleben der Menschheit darzustellen. Am Beispiel der Kartoffel könnte eine Initiative etwa so argumentieren:

Kartoffeldreck weg!

Am 24. März 1756 erließ der Alte Fritz seinen berühmten Kartoffelbefehl, mit dem er seinen Beamten befahl, den Bauern den Anbau der Kartoffel „begreiflich zu machen“. Die neu geschaffenen Kartoffelfelder ließ der König von Soldaten bewachen, damit die Bauern die Knollen nicht heimlich wieder ausgraben konnten. Da bis heute keine Langzeitstudien zu den gesundheitlichen und ökologischen Folgen des Anbaus dieser Giftpflanze existieren, kann die Forderung nur heißen: Stoppt die Kartoffeln! Kartoffelfeldbefreiung sofortKartoffeldreck weg!

100 Milliarden GMO-ernährte Tiere

Okt 4

Seit Jahren wird die Öffentlichkeit durch Berichte verunsichert, wonach das Verfüttern von gentechnisch veränderten Pflanzen, vor allem Mais und Soja („Genmais“, „Gensoja“) bei Ratten, Mäusen, Schweinen und Rindern zu Krebs, Fortpflanzungsstörungen, Entzündungen und vorzeitigem Tod führt. Verwiesen wird auch auf das Herbizid Glyphosat, das beim Anbau einiger dieser Pflanzen bevorzugt eingesetzt wird.

Zuletzt erregte 2012 der französische Biologe Gilles-Eric Séralini Aufsehen mit Versuchen an 200 Laborratten. Dabei entwickelten zahlreiche Tiere im Verlauf von zwei Jahren viele und große Tumore. Séralini führte das darauf zurück, dass die Tiere „Genmais“ und Glyphosat in ihrer Nahrung erhalten hatten. Er hatte allerdings einen Rattenstamm verwendet, der extra dafür gezüchtet ist, sehr rasch Tumore zu entwickeln. Zudem unterschlug Séralini in seinen öffentlichen Verlautbarungen, dass auch die Tiere, die normale Kost erhielten, an Krebs erkrankten. Männliche Tiere mit Glyphosat im Trinkwasser oder viel „Genmais“ im Futter entwickelten sogar weniger Tumore als die Kontrollen. Diese Ausreißer weisen darauf hin, dass die Gruppen viel zu klein waren, um statistisch signifikante Aussagen zu treffen. Séralinis Ergebnisse standen im übrigen in Widerspruch zu mehr als 2.000 Studien aus der ganzen Welt, die ergeben hatten, dass es die behaupteten Gesundheitsrisiken nicht gibt. Die Veröffentlichung wurde denn auch von zahllosen Wissenschaftlern als methodisch unhaltbar zerpflückt und von der Zeitschrift zurückgezogen (inzwischen wurde der Artikel von einer anderen Zeitschrift unverändert erneut publiziert). Dennoch gelang es, Politiker zu alarmieren und die Öffentlichkeit nachhaltig zu beunruhigen.

Derselben Öffentlichkeit bislang völlig unbekannt ist eine neue Veröffentlichung kalifornischer Wissenschaftler zum Thema Gesundheitsgefährdung durch gentechnisch veränderte Nahrung.

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